Die Flucht vorm Tierarzt

Zwei versteckte Katzenohren….

„Sieg!“ funkeln mich die kleinen grünen Katzenaugen trotzig unter der Küchenzeile hervor an. Und wenn sie die Macht dazu hätte, ich bin mir sicher, dann würde jetzt ich in dem kleinen Drahtkäfig sitzen und mir neuste Impfen verpassen lassen. Doch wir haben ein klassischen Patt.

Jede Katzenmama, -tante, -fan kennt sicher diese leidlichen Situationen: Miezi muss zum Tierarzt. Und darauf hat unsere eigenwillige Samtpfote natürlich keine Lust. Warum auch sollte sie sich bei dem herrlichen Frühlingswetter auch packen, einsperren, durch die Gegend kutschieren lassen zu irgendwelchen gruseligen Tanten im Kittel? Wo es doch so viel im Revier zu tun gibt? Oder auch nur ein herrlicher Tag auf der Lieblingscouchecke verbracht werden könnte? So sehen es jedenfalls Mia und Thor.

Fight!

Bereits morgens wittern sie den Braten, als es nicht wie gewohnt mit Frauchen nach draußen geht – obwohl Mia doch schon so gewissenhaft vor der Tür gewartet hat um den Start ja nicht zu verpassen (!), sondern mittels Leckerchen fies abgelenkt wird und ich mich schleunigst aus dem Flur schleiche. Nicht umsonst finde ich eine meiner Schubladen ausgeräumt und teilweise auf dem Zimmerboden verteilt – ui da ist wer sauer. Doch das hilft alles nichts – die Fellnasen haben einen Termin.

Einmal entwischt und schließlich in einem Raum am „diskutieren“ über den Korb, startet Mia ein Fluchtmanöver. Mit einem Satz unter dem Bett (die letzte Verteidigungsbastion wie es mir schien) hervorschießend sprang sie an die Zimmertür, die mit einem gewaltigen Schwung aufsprang und den Rest der Wohnung freigab. Mia vorweg, Thor stürmt wie besessen hinterher, doch nicht wie gewohnt hinter die Couch oder ins benachbarte WG Zimmer, nein, der Instinkt führt sie in die Küche, genaugenommen UNTER den Küchenschrank. Ein Ort, von dem wir bis dato nicht einmal wussten, dass Katzen da drunter passen (und sonst auch nicht sonderlich interessant für unsere Samptpfoten). Und ein Ort, an dem sie DEFINITIV ohne Werkzeugkasten und viel Bastelei nicht erreichbar sind. „Sieg.“ funkelt sie wütend.

Da ist jemand immer noch sauer auf seinen „verückten Menschen“

No Problem

Die Tierärztin ist das zum Glück gewohnt, „So sind sie, die Katzen“ und gibt uns einen neuen Termin, morgen ist schließlich auch noch ein Tag. Et voilà – wie abgesprochen – kaum ist genug Zeit verstrichen krabbeln die zwei Helden aus ihrem Versteck hervor und machen es sich auf der Couch einvernehmlich bequem – als wäre nie etwas gewesen. Also: Neuer Tag, neues Glück!