Dieses Exemplar für meine Rezension von „Madame Picasso von Anne Girard“ habe ich in einem Bücherschrank um die Hausecke gefunden und dachte mir : Perfektfür mich als Hobby- Künstlerin!

Der „Plot“ Vorweg

Es ist wirklich schwer eine gute Rezension zu diesem Buch zu schreiben ohne historisch zu spoilern Denn alle Ereignissen und Entwicklungen im Laufe des Lebens der beiden sind an ihre Leben angelehnt. Um die Spannung zu behalten, habe ich selbst darauf verzichtet, zuvor irgendwelche Daten oder wahren Geschehnisse zu recherchieren. Darum werde ich auch hier versuchen, mich auf das nötigste zu beschränken. Aber nun zum Buch!

Rezension I „Das Porträt (s)einer Muse“

In Anne Girads „Madame Picasso“ erwartet uns eine zuckersüße und tragische Liebesgeschichte voller Kunst, Sinnlichkeit und bitterer Tränen. Die Autorin versteht es, in wenigen Gesten und Worten große Gefühle zu verpacken. Gleich ob Drama oder Romantik, hier ist für jeden was dabei und die Tiefe und Echtheit der Gefühle ist einfach spürbar.

Wir lesen dieses Buch aus zwei Perspektiven: Die von Eva und die von Picasso. Allerdings beschreibt der Großteil Evas Erleben und auf ihrem Leben als Frau und Muse liegt klar der Fokus.

Schlagen wir das Buch auf! (im Hintergrund: Zeitgenössische Kunst, T. Tiemann)

Der Beginn einer Liebsegeschichte

Die Geschichte beginnt, als Eva Paris betritt. Als Dorfmädchen von zu Hause vor der von ihr erwarteten Heirat davongelaufen, möchte sie hier ihr Glück finden und etwas aus ihrem Leben machen. Von nun an lebt sie als die Pariserin „Marcell Humbert“, ihre neue französische Identität und eine Frau, in der nicht mehr die traditionellen Vorstellungen, sondern Emanzipierung, Mut und das „Belle Vie“ stecken.

Eva ist geschickt, selbstbewusst und klug. Durch ihre Freundin Sybille bekommt sie schon bald eine Anstellung als Kostümnäherin im Moulin Rouge, Paris angesehenem Theater. Von hier aus beginnt nicht nur ihre Karriere, sondern auch eine Liebesgeschichte, die zwei Leben für immer verändern soll.

Picasso begegnet uns anfangs als gefeierter Künstler, kurz vor seinem großen Durchbruch. Doch hinter der perfekten Fassade des berühmten Mannes, in der man zuerst nur die Kunst und den großen Ruhm, die langjährige Beziehung zur eitlen Fernande und den ausgewählten Freundeskreis sieht, erfahren wir bald sehr viel mehr. Und so nimmt die Handlung ihren Lauf.

Hier gefallen mir die ersten zwei Drittel des Buches sehr, das dritte weckt eher zwiespältige Gefühle. Später habe ich natürlich auch die historischen Ereignisse recherchiert. Und ich denke, hier sollte man klar zwischen dem fiktionalen Roman und den wahren Begebenheiten trennen. Leider hat die Autorin zwar Bezug genommen und auch im Anhang ein bisschen erklärt, ein bisschen ist auch bekannt, doch in vielen Punkten besteht für mich Unklarheit.

Wahre Hingabe zur Liebe und der Kunst

Die Darstellung der Charaktere gefällt mir dagegen durchweg richtig gut. Sie bekommen ein Profil, nicht rund und oberflächlich, sondern mit vielen Ecken und Kanten, die sie umso liebenswerter machen. Wir lesen und wir fühlen das Begehren in den gemalten Worten. Die Liebe, die Eva und Picasso verbindet, scheint über normale Verbundenheit hinaus zu gehen. Sie sind sich einander so viel mehr: wahre Partner, Stützen, Zuhörer, konstruktive Kritiker, Beschützer, Wächter gegenseitiger Ängste und Muse der Künste.

Wir erleben in diesem Buch sehr viel über Hinabe. Sowohl zueinander, wie auch zur Kunst. Vor dem Lesen dieses Buches wusste ich nicht viel über Picasso und die Entstehung seiner mir doch sehr ungewöhnlich anmutenden kubistischen Bilder. Dieses Buch hat meinen Horizont hier erweitert, meine zuvorst doch spöttisch negative Meinung über den Kubismus ein wenig aufgelockert und mir vor allem Picasso wesentlich sympathischer gemacht.

Fazit

Hier knistern nicht nur die Seiten beim umblättern, sondern auch jeder Blick zwischen Eva und Picasso ist geladen – eine schicksalhafte Liebe. Aber Achtung: Taschentücher bereithalten!

© Rezension bei Miaslesezeilen.de

Darum von Team Mia:

Die Autorin Anne Girard

Anne Girard ist schon von klein auf eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin. Mit fünfzehn Jahren schrieb sie ihr erstes handschriftliches Buch und hat seitdem nicht mehr aufgehört sich immer neue Handlungen auszudenken. Sie studierte Englische Literatur und Psychologie und entdecke ihr Interesse an historischen Themen. Für ihren Roman „Madame Picasso“ reiste sie von Paris über die Provence nach Barcelona und sprach mit vielen Zeitgenossen von Picasso. Anne Girard lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Südkalifornien.

Und was sagt der historische Hintergrund?

Nun, Anne Girard bestätigt im Nachwort, dass sie mit einigen Zeitgenossen Picassos gesprochen habe. Wer dies war und in wie weit die Informationen den Tatsachen entsprechen ist leider unklar. Die Informationen auf Wikipedia und im Internet die ich finden konnte sind leider nicht so umfangreich zu Eva und Picassos Verbindung. Sie heben eher andere Frauen als die „Madame Picasso“ in den Vordergrund, bzw. stellen vielmehr den häufigen Wechsel der Lebensgefährtin dar.

Hat dir meine Rezension zu „Madame Picasso von Anne Girard“ gefallen? Oder du magst einfach Kunst? Dann lass mir doch gerne ein Kommi da – ich freue mich über jede Bücherplauderrunde!